1. Die Idee
Schon lange habe ich den Traum völlig allein mehrere Tage draußen in der Wildnis zu verbringen, zu erleben wie unsere Welt ohne künstlichen Menschenkram wirklich ist. Zu erleben woher wir kommen, wer wir wirklich sind und wie Welt in Wahrheit tickt.
Viele Ideen sind mir dazu schon durch den Kopf gegangen, die ich aber irgendwie nie verwirklicht habe oder verwirklichen konnte.
So ist es bisher, frei nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, der Kaktus liegt so nah“, bei unzähligen kleinen Abenteuern in heimischen Gefilden geblieben. Keine Frage, das waren immer schöne Erlebnisse und ich konnte viel für mich mitnehmen, aber es war eben nicht das was ich mir letztendlich vorgestellt habe.
Ich wollte pure Wildnis und keine urbanen Wälder mit Parkbank und
Autobahnanschluss.
Also konzentriere ich mich bei meiner Suche nach einer Location auf Südosteuropa und Nordeuropa. Den Süden habe ich schnell wieder verworfen. Ich kann nicht einmal mehr genau sagen warum, denn die Karpaten zum Beispiel sind schon sehr reizvoll (vom Hörensagen zumindest). Letztendlich habe ich im hohen Norden etwas gefunden was mich sofort sehr angesprochen hat. Oder genauer gesagt, habe ich es gleich ins Herz geschlossen. Das ist genau das, was ich gesucht habe.
Meine Wahl fiel auf Schweden. Genauer gesagt Lappland, etwas südlich des Polarkreises, eine sehr dünn besiedelte Gegend. So konnte ich auch gleich den Punkt – Boreale Wälder erleben - auf meiner Bucket-List streichen. Diese hat übrigens noch einiges zu bieten und ich kann jetzt schon verraten, diese Reise nach Lappland hat mich infiziert und ich werde mit Sicherheit noch einige solcher und ausgedehntere Reisen in diese und andere Regionen der Welt unternehmen.
Der Entschluss war gefasst und ich nehme Kontakt mit dem Besitzer einer alten Holzfällerhütte im lappländischen Nirgendwo auf. Es ist der Micha aus Thüringen, der nach langen Aufenthalten in Kanada und Alaska seine Wurzeln in Nordschweden geschlagen hat. Ein sehr netter Mensch mit vielen Geschichten im Gepäck.
Wir werden uns schnell einig und ich miete mich knapp 14 Tage in seiner urigen Hütte ein.
Ab diesem Moment beginnt sich mein Gedankenkarussell zu drehen. Völlig allein, ohne Strom, ohne fließend Wasser, ohne menschlichen Kontakt. Was wird das mit mir machen? Kann ich das?
Nun, ich werde es erleben. Auch wenn ich zwischendurch meine Bedenken habe, fange ich an eine Packliste zu erstellen.
Die Packliste war eigentlich ein laufender Prozess und erfuhr ständige Streichungen und Ergänzungen. Immer mehr in Richtung, weniger ist mehr. Hier der erste Entwurf mit einigen Dingen, die ich später wieder gestrichen habe, dafür aber auch andere dazugefügt habe.

Sehr detailliert beschrieben. Bin gespannt wie die Reise weitergeht.