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2. Das Gepäck

  • Autorenbild: Admin
    Admin
  • 6. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Hallo, ich bin Rene, und ich bin mal wieder draußen….      

So, oder so ähnlich wollte ich mein Video beginnen. Ich habe an alles gedacht und sogar noch vier Power Banks extra gekauft und eines von diesen flexiblen Reisestativen, damit mir da draußen nicht der Saft ausgeht und die Kamera immer stabil platziert werden kann, ohne gleich ein ganzes Fotostudio mitschleppen zu müssen. Die Stromquellen waren schwer, aber ein notwendiges Übel.  Da wo ich hinfahre gibt es keine Steckdose die ich mal eben so anzapfen kann.

Kamera, Stativ, Drohne, Micro, Speicherkarten und Power Banks strapazieren meinen 90 Liter Rucksack nicht nur in puncto Volumen, sondern auch mit ordentlich Gewicht, was ich anderswo irgendwie einsparen muss.

So kommt die Klamottenfraktion nur in abgespeckter Version in den Rucksack, denn diese könnte man im Zweifelsfalle im Fluss wieder auf Hochglanz bringen, wenn sie verschmutzt ist. Es ist also ein Waschmittel zu finden, was umweltverträglich und biologisch abbaubar ist. Ein großer Onlinehändler hilft mir da weiter. Meine Wahl fällt auf ein biologisch abbaubares Duschgel, welches dann auch für das Waschen der Unterbüxen herhalten soll. So spare ich ein extra Waschmittel und die Anzahl der Kleidungsstücke bleibt überschaubar. Am Ende sind es dann drei Unterhosen. Eine am Leib, eine in Reserve und eine frisch gewaschen auf der Leine. Mit den Socken halte ich es ebenso. Ein Handtuch werde ich nicht brauchen. Diese Aufgabe übernimmt die frische Luft des Herbstbeginns, der sechsten von acht Jahreszeiten nach dem traditionellen lappländischen Kalender.                                     

Langarmshirts packe ich wie Hosen und Flanellhemden nur je zwei ein. Je ein Teil am Leib und ein Teil frisch gewaschen für die Hin- und Rückfahrt. Denn ich möchte meinem Sitznachbarn im Flugzeug und dem Flughafenpersonal nicht erklären müssen warum ich blutähnliche Flecken (von den Blaubeeren) auf der Kleidung habe. Darüber hinaus wäre es, olfaktorisch gesehen, für meine Mitmenschen sicher ein spezielles Erlebnis, wenn ich nach Rauch, Fisch, Wald und Schweiß riechend neben Ihnen sitze oder vorüber gehe.                                                     

Falls es doch etwas frischer wird, das kann es Mitte August dort schon gerne mal, lege ich noch einen Hoodie dazu. Das war es schon an Klamotten.                       

Dazu kommen noch Schlafsack, Isomatte und eine Unterlage für die Isomatte als Ausstattung für das Schlafzimmer.

Nun fehlen noch die Sachen für das leibliche Wohl und für den Zeitvertreib.

Kulinarisch habe ich mich mit gefriergetrockneter Fertignahrung eingedeckt. Heiß Wasser drauf und fertig. Für jeden Tag ein Frühstück, sowas wie „rice with apples“, „oatmeal with berrys“ oder Vollei in Pulverform für das klassische Rührei am Morgen. Für das Mittag- oder Abendessen habe ich „meatsoup“, „spicy noodles“ oder „smashed potatoes with bacon“ oder ähnliches eingepackt. Darüber hinaus fand noch ein Brot, ein Stück Käse, ein Stück Speck und eine Salami den Weg in den Rucksack. Trotz all dieser Köstlichkeiten bin ich darauf angewiesen, einen Teil meiner Zeit für die Nahrungsbeschaffung zu verwenden, denn die mitgeführten Kalorien reichen für die Zeit hinten und vorne nicht. Ich habe das anhand der Verpackungsangaben zusammengerechnet und komme auf rund 1200 kcal. pro Tag. Zur Not kommt man damit zwar eine ganze Weile hin, denn es sind ja nur zwei Wochen. Aber es ist doch schöner, wenn man den kompletten Nahrungsbedarf decken kann. Diese Reise soll ja kein Survivalabenteuer werden.

Die Zusätzliche Nahrungsbeschaffung ist dann auch gleichzeitig ein Zeitvertreib den ich gerne mache. So habe ich vor fischen zu gehen und Beeren und Pilze zu sammeln. Ich habe noch nie auch nur eine Äsche, oder Forelle gefangen. Die Chancen hierzu stehen im Fluss an der Hütte gut.

Der letzte größere Teil der Ausrüstung den ich in den Rucksack stopfe, sind zwei Angeln und entsprechendes Zubehör, wie Köder und Kescher. Meine Wahl fiel hier auf eine vierteilige Spinnrute und eine Tenkara, eine traditionelle japanische Fliegenrute. Beide Ruten sind wie der Faltkescher schön kompakt und lassen sich gut, in die letzten Ecken entlang der Rucksackhülle geschoben, transportieren.

Bevor ich den Rucksack schließe und den letzten Punkt auf der Packliste gestrichen und nochmal kontrolliert habe, packe ich noch ein kleines Kochgefäß, einen Becher, etwas Schnur (irgendwo müssen die nassen Unterhosen nach dem Waschen ja aufgehängt werden), Feuerstahl und Feuerzeug, ein Messer und Essbesteck, Kaffee, Salz, Pfeffer und Paprika ein. Als letztes verstaue ich ein klappbares Grillrost für das Lagerfeuer, um den gefangenen Fisch möglichst authentisch zubereiten zu können, in das vordere Fach des Rucksacks.

Als Handgepäck dient ein Slingpack, den ich auch gut für kleine Wanderungen verwenden kann. Darin lassen später gut Angelzeug und Marschverpflegung, und was man sonst noch so bei der Erkundung der dortigen Umgebung benötigt, verstauen

Die Fluggesellschaft erlaubt für das Gepäckstück 23 kg und für das Handgepäck 8 kg. Mit 21,5 kg und 7 kg bin ich voll im Rahmen. Das hat meine Fähigkeit in der Kunst des Weglassens auf jeden Fall erweitert.

 

Also, Rucksack zu, noch einmal schlafen und dann ab zum Flughafen.

Lappland, ich komme…

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